Kath. Gemeinde St. Markus

in Frankfurt - Nied "Mit Gott für die Welt"

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Thomas Schmidt von Thomas Schmidt)

 

Gott und Corona?

Gott und Corona? Was haben die beiden miteinander zu tun? Die Frage beschäftigt mich schon die ganze Zeit.

Also nicht: Corona und die Kirche? Oder Corona und die Verantwortung der einzelnen Christ*innen? Sondern: Corona und Gott? Hat er uns diese Krankheit geschickt? Ist es gar seine Rache? Das sind nicht meine Antworten.

Ein paar herantastende Gedanken:

Gott hat mit allem zu tun, was auf dieser Welt geschieht. Also auch mit Corona. Corona, das erkennt man bei einigem Nachdenken schnell, ist dabei nur ein besonderer Name für das Leid des Menschen. Es ist also die immer wiederkehrende Frage: Wie kann Gott das zulassen? Sie ist theoretisch nicht wirklich zu beantworten. Die Frage muss ja auch eher lebenspraktisch beantwortet werden: Wie gehe ich mit Corona um und wie und was kann mein Glaube dazu beitragen?

Aber zurück zu Corona und Gott. Ich las in den letzten Tagen einen Artikel der deutschen Theologin Margit Eckholt über Schöpfungstheologie im Nachgang zu ‚Laudato Si‘. Darin sprach sie von den zwei Gärten in der Bibel: Den Garten Eden und den Garten Getsemani. Im ersten erscheint Gott als machtvoller Schöpfer, der den Menschen zum Hüter der Schöpfung einsetzt. Im zweiten erscheint Gott in Christus als der ohnmächtig Leidende, der den Kelch nicht trinken will, der ihm hingehalten wird und sich dann in Treue zu seinem Auftrag trotzdem dazu entscheidet. Gott auf sehr verschiedene Weise.

Diese Art über Gott zu denken, ist mir nachgegangen. Gott ist immer beides: mächtig und ohnmächtig, anwesend und abwesend. Auch in Coronazeiten. Jetzt leidet er mit wie in Getsemani und ist anwesend in seiner Ohnmacht. Abwesend ist er in seiner Macht. Und doch können wir ihn anrufen, wie Jesus das in Getsemani getan hat. Sein Wille soll geschehen, darum bittet Jesus und so ist er da mit der ohnmächtigen Macht seiner Anwesenheit.

„Ich bin der Ich bin da“, das ist sein Name, als Schöpfer und als Mitleidender. Auch in Coronazeiten.

Sie spüren, das sind unzureichende Worte, nicht hundertprozentig zutreffend; eher ein Stammeln, ein Suchen, aus dem hoffentlich eine Ahnung wird, wer dieser Gott ist, gerade auch in Coronazeiten.